Konzept Suchtspezifisches Assessment

Zur Abklärung und Einschätzung der Suchtstabilität und Arbeitsfähigkeit

Die Partner

blauzone
Die blauzone ist ein Nachsorgeangebot des Blauen Kreuzes Kanton Bern, welches für erwerbslose Personen mit Schwierigkeiten im Umgang mit Alkohol begleitete Arbeitsplätze anbietet. Die Begleitung der Teilnehmenden erfolgt nach den Prinzipien des Case Managements und es besteht ein Leistungsvertrag mit der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF).

Treffpunkt Azzurro
Als lebhafter Begegnungsort steht der Treffpunkt allen Interessierten offen, besonders jedoch Menschen, die Schwierigkeiten im Umgang mit Alkohol und/oder psychische Probleme haben. Der familiäre Betrieb mit systemischem Ansatz trägt zur sozialen und beruflichen Integration bei.

Das Produkt

Besteht im Hinblick auf einen Arbeitsplatz bei der blauzone Klärungsbedarf bei Fragen nach der Suchtstabilität, der Distanz zur Arbeitswelt und dem damit einhergehenden Einhalten von Werten und Normen der Arbeitswelt, der Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der/des Bewerbenden, ist ein suchtspezifisches Assessment angezeigt.
Das suchtspezifische Assessment im Azzurro kann als niederschwelliges Assessment bezeichnet werden, welches besonders für Bewerbende sinnvoll ist, welche sozial schlecht integriert und schon sehr lange Zeit ohne Arbeit oder Beschäftigung sind.
Personen mit Perspektiven auf eine berufliche Integration in den 1. Arbeitsmarkt empfehlen wir das suchtspezifische Assessment.

Zielgruppe

KlientInnen mit Suchtproblematik, welche nach einer längeren Phase der Arbeitslosigkeit eine Arbeitsintegration anstreben. Zeigt sich beim Erstgespräch bei der blauzone Klärungsbedarf zu Fragen der Suchtstabilität, der Leistungsfähigkeit und der psychischen Stabilität, so wird ein s. Assessment initiiert.
Ziel des suchtspezifischen Assessments

  • Detaillierte Standortbestimmung zur aktuelle Arbeitsfähigkeit, persönlicher und sozialer Kompetenzen und Suchtstabilität der / des KL
  • Erfassen von Stärken und Defizite sowie eine Abbildung der Selbst- und Fremdeinschätzungen.
  • Einschätzen der Stabilität anderer Lebensbereiche (Wohnen, Gesundheit, Soziales und Finanzen)
Inhalt

Sucht

  • Regelmässige unangekündigte Alkoholtests
  • Erfassen von Suchtdruckauslösenden Faktoren
  • Erkennen möglicher suchtspezifischen Defizite

Arbeit

  • Einführung in die Arbeiten des Betriebes
  • Gezielte Beobachtungssequenzen um persönliche, soziale und arbeitsmethodische Kompetenzen zu erfassen
  • Regelmässige Besprechung der aktuellen Situation sowie Selbst- und Frem-deinschätzung

Bewerbung

  • Überprüfung der Bewerbungsunterlagen

Die Assessmenteinsätze finden an mindestens drei Tagen pro Woche zu Total je 6,5 h Arbeitszeit statt, was zu einem 40 − 50%-Pensum von Anwesenheit führt. Die genauen Arbeitszeiten werden zu Assessmentbeginn festgelegt.
Nach einer Einführungsphase können die Einsatztage und -zeiten sowie die Arbeitsinhalte variieren und werden den Fähigkeiten und den Abklärungszielen des/der KlientIn und dem Betriebsbedarf angepasst. Die Teilnehmenden werden vor Ort von einer Fachperson begleitet und angeleitet. Der Verlauf wird regelmässig dokumentiert.
Im letzten Drittel des s. Assessments findet ein Auswertungsgespräch mit dem/der KlientIn, der be-triebsinternen Bezugsperson, dem blauzone-Coach und dem Bezugspersonensystem statt. Neben der Auswertung geht es darum, die Anschlusslösung und geeignete Massnahmen vorzubereiten.
Die enge Begleitung und die transparente Zusammenarbeit aller Beteiligten während eines suchtspezifischen Assessments ermöglichen es, aussagekräftige Antworten auf konkrete Fragestellungen Empfehlungen für weitere Schritte zu machen.

Dauer und Kosten

Das s. Assessment dauert in der Regel 12 Wochen und kostet CHF 3‘600.–. In den Treffpunkten sind Mahlzeiten während Arbeitszeit sowie Alkoholtests inklusive. Bei vorzeitigem Abbruch werden mindestens 6 Wochen in Rechnung gestellt. Spätere Abbrüche werden bis Ende des laufenden Monates verrechnet. Krankheitsbedingte Abwesenheiten führen nur in Ausnahmefällen zu einer Verlängerung des s. Assessments. Bei längeren und/oder wiederholten mehrtägigen Absenzen nimmt blauzone mit dem Kostenträger Kontakt auf und bespricht sinnvolle weitere Schritte.

Rahmenbedingungen

Die Lebenshaltungskosten sind mittels Sozialhilfe, IV-Teil-Rente, o.a. gedeckt. Sozialhilfebezüger/innen erhalten gemäss Richtlinien der SKOS u.U. eine Integrationszulage durch den Sozialdienst. Die Betriebs-unfallversicherung ist über das Blaue Kreuz Kanton Bern gedeckt, die Nichtbetriebsunfall-Versicherung muss weiterhin über den Kostenträger getragen werden.